Frag den Coach - Folge 1

Thema: Sommerpause mit Dominic Reinold

Hallo Dominic, das Thema Sommerpause galt lange als Zeit zur Erholung und Regeneration. Im Profigeschäft wird sie allerdings auch immer öfter zur individuellen Vorbereitung auf die neue Saison genutzt.

Welchen Stellenwert hat die Sommerpause für einen Fußball-Spieler?

Dominic: Die Sommerpause ist sehr wichtig für die Spieler, weil sie sich auf bestimmte Sachen vorbereiten können, die sie vorher nicht machen konnten. Sie können ihre Stärken verfestigen, sie können an ihren Defiziten arbeiten. Wir sehen es immer als wichtig an, ob ein Spieler in der Vorsaison Stammspieler war oder ob er viel auf der Bank gesessen hat. Das heißt: Wie belaste ich die Spieler? Einem Spieler, der viel gespielt hat, gönnt man zum Beispiel mehr Pausen und einem Spieler, der weniger Spielzeit hatte, kann man mehr belasten.  Wichtig ist für uns: Wie ist der Status eines Spielers, wenn er zu uns kommt und wo möchte er hin. Deswegen ermitteln wir auch immer einen "Ist-Status" bevor wir mit dem Training anfangen.

Wo liegen denn jetzt genau die Vorteile für einen "fleißigen" Spieler gegenüber dem "faulen" Spieler in der Saisonvorbereitung?

Generell kommt er natürlich fitter in die Mannschaftsvorbereitung. Er hat einfach einen anderen Status, ist fitter, erholter – einfach viel besser. Wichtig zu verstehen ist, dass "fleißig" nicht immer heißt viel zu trainieren. Fleiß heißt auch, diszipliniert zu sein. Das heißt, dass man in der Sommerpause auf Sachen Wert legt, auf die man sonst nicht so viel Wert legt: Ernährung, mentale Erholung, aber auch Mobilisation. Manche wollen immer viel trainieren und gehen dann schon müde in die Vorbereitung rein. Da müssen wir schauen, dass die Belastungssteuerung richtig angepasst ist.

Wie läuft so eine Trainingsplanung und -steuerung für einen Spieler bei domletics ab?

Wir erleben oft, dass Spieler mit ihren Vereinstrainingsplänen zu uns kommen und dann anhand dieses Planes mit uns arbeiten wollen. Wir setzen uns dann aber erstmal hin und übersetzen den Plan mit ihnen zusammen, weil viele Verein den Spielern Pläne geben, die sie zum Teil nicht verstehen oder der für sie nicht passt. Wir kreieren anhand dieses Planes einen neuen Plan für den kompletten Sommer, wir gehen dann individuell auf die Spieler ein, das heißt: Was möchte er machen und was sollte er machen? Das Ganze muss auch auf Vereinsebene umsetzbar sein, daher müssen die Spieler zwischen viel Training und Regeneration die richtige Balance finden – manche müssen wir von uns aus pushen, andere müssen wir allerdings auch bremsen.

Du warst selbst Profi. Wie hast du damals die Sommerpause genutzt?

Ich habe damals das Techniktraining mit meinem Vater (Stephan Reinold – ehemaliger Jugendtrainer des 1.FC Köln) gemacht und mir für den Athletikteil – das heißt Kraft und Schnelligkeit – einen Leichtathletik-Trainer geholt um an Defiziten zu arbeiten.  Da ich im Jugendbereich nie Krafttraining gemacht habe hatte ich da einiges nachzuholen. Das war nicht nur während meiner kurzen Profizeit wichtig, sondern vor allem vor meiner Profizeit. Ich möchte weiter sein als die Anderen, möchte fitter sein, ich möchte einfach besser sein. Da habe ich viel Zeit investiert um da hinzukommen, wo ich war. Ich kann jedem nur empfehlen: Du musst dranbleiben, du musst mehr tun als die Anderen, wenn du wirklich deine Träume als Profifußballer verwirklichen möchtest.